Drei Tage Gay London: Soho am ersten Abend, Vauxhall und South Bank am zweiten, East London zum Schluss – plus Tipps zu Hotels, Tube und Anreise.
London ist groß, und die queere Szene verteilt sich über mehrere Viertel statt auf eine einzige Meile. Wer nur ein langes Wochenende hat, sollte deshalb planen. Gut funktioniert die folgende Aufteilung auf drei Tage, die sich je nach Wetter und Laune aber umstellen lässt. Einen kompakten Überblick über alle Ecken findest du im Gay London Guide.
Tag 1: Soho und Zentrum
Soho ist seit Jahrzehnten das Herz der schwulen Szene und liegt mittendrin, fußläufig zu Piccadilly Circus und Covent Garden. Als bekannteste Adresse gilt die Old Compton Street, eng, voll und im Sommer mit Tischen bis auf den Gehweg. Sie ist seit den 1970ern das sichtbare Zentrum des queeren Lebens in London, und auf wenigen hundert Metern reihen sich Bars, Cafés und Clubs aneinander. Tagsüber lohnt sich ein Bummel durch die Gassen, abends füllen sich die Lokale schnell. Wer lieber erst ankommt, kann den ersten Nachmittag auch für die National Gallery oder den Soho Square nutzen und das Ausgehen langsam angehen lassen.
Praktisch ist die zentrale Lage vor allem, weil sich von hier fast alles zu Fuß oder mit ein paar Stationen Tube erreichen lässt. Welche Läden gerade angesagt sind und wo es ruhiger zugeht, haben wir bei den Gay Bars in London zusammengetragen. Für den ersten Abend solltest du nichts zu Spätes einplanen, der Jetlag oder die frühe Anreise machen sich sonst bemerkbar. Um die Stimmung der Stadt aufzunehmen, eignet sich Soho ohnehin gut: ein Drink an der Bar, ein paar Worte mit Nachbarn, und der erste Abend ist gerettet, auch ohne festen Plan. Wer das Prinzip mag, sich in einer fremden Stadt treiben zu lassen, findet in unserem Ratgeber Die Szene finden in einer fremden Stadt ein paar handfeste Wege dorthin.
Tag 2: Vauxhall und South Bank
Südlich der Themse, rund um Vauxhall, hat sich über die Jahre ein zweiter Schwerpunkt entwickelt, eher Club als Café. Nachts wird es hier laut, die Lokale öffnen spät und schließen spät, manche ziehen bis in den Morgen durch. Tagsüber ist die Gegend unspektakulär, weshalb sich ein Plan anbietet: erst entlang der South Bank spazieren, vorbei am London Eye und der Tate Modern, dann zum Abend hin Richtung Vauxhall ziehen.
Die Tate Modern kostet keinen Eintritt, das gilt für viele große Häuser in London. Wer Kunst und Aussicht verbinden will, fährt mit der Tube wenige Minuten weiter und steht schnell wieder am Wasser. Für den zweiten Abend gilt: Trinkgeld einplanen, gutes Schuhwerk anziehen, und wenn du tanzen willst, ruhig spät losziehen. In den Clubs ist vor Mitternacht oft noch wenig los. Falls du mehrere Nächte am Stück feierst, hilft es, sich das Tempo einzuteilen, wie wir es im Festival-Survival-Guide für lange Nächte beschreiben.
Tag 3: East London und Märkte
Nach Osten führt der dritte Tag, wo die Szene jünger, gemischter und weniger auf eine Straße konzentriert ist. Rund um Shoreditch und Dalston reihen sich Bars, Cafés und Spätis aneinander, viele davon queer oder offen für alle. Sonntags lohnt sich der Columbia Road Flower Market, an anderen Tagen der Brick Lane Market mit Streetfood aus aller Welt. Als ruhigerer Abschluss passt das gut, bevor es zum Flughafen geht. Anders als Soho oder Vauxhall braucht East London keine festen Adressen, hier zieht man eher von Bar zu Bar und schaut, wo gerade etwas läuft.
Bleibt am letzten Tag noch Zeit, ist East London auch zum Schlendern gemacht. Die Street-Art wechselt ständig, und in den Seitenstraßen findest du kleine Läden, die es im Zentrum so nicht gibt. Für den Heimflug solltest du den Transfer großzügig kalkulieren, der Verkehr in London ist schwer einzuschätzen.
Übernachten und Anreise
Bei der Unterkunft gilt die übliche Abwägung zwischen Lage und Preis. Wer abends in Soho unterwegs sein will, wohnt zentral teurer, spart aber Taxikosten und Nachtfahrten. Etwas weiter draußen, etwa Richtung Vauxhall, Clapham oder East London, wird es günstiger, dafür brauchst du die Tube. Eine Auswahl zentral gelegener Häuser haben wir unter Gay Hotels in London gesammelt. Worauf du bei der Buchung achten kannst, damit ein Haus nicht nur auf dem Papier offen ist, steht in unserem Ratgeber zu gay-friendly Hotels.
Für die Fortbewegung reicht eine kontaktlose Kreditkarte oder das Handy, eine eigene Oyster Card brauchst du nicht mehr zwingend. Dicht getaktet fährt die Tube, an Wochenenden gibt es auf einigen Linien auch Nachtverkehr. Vom Flughafen kommst du je nach Terminal mit Express-Zug oder Tube ins Zentrum: Der Heathrow Express braucht von Heathrow nach Paddington nur etwa 15 Minuten, die etwas günstigere Elizabeth Line rund 27 Minuten. Von Gatwick bringt dich der Gatwick Express in etwa 30 Minuten nach Victoria. Drei Tage reichen für einen ersten Eindruck, mehr als ein Verdacht auf die Stadt bleibt am Ende trotzdem nicht. Lust auf eine zweite Runde? Im Überblick zu Städtereisen findest du die nächsten Ziele.
Häufige Fragen
Zuletzt geprüft: 25. Juni 2026